Ich bin endlich angekommen! Mehr oder weniger. Am Donnerstag ging los und ich war einfach kein Stück aufgeregt. Ich wollte nur so schnell wie möglich landen, weil die Fahrt nach Uruguay echt lang war und vorallem nervig. Das ganze umsteigen und unser Nachtflug war der Horror. Abgesehen davon, dass wir direkt um 2 Uhr morgens nach deutscher Zeit in irgendein Unwetter geraten sind. Und da die Sitze wirklich nicht komfortabel waren, war also schlafen so gut wie unmöglich. Am Ende habe ich vielleicht ein oder zwei Stunden geschlafen, obwohl das auch schon sehr oberflächlich geschätzt ist. Jedenfalls hatten wir es dann irgendwann geschafft und sind in Montevideo gelandet und zu einem Camp gefahren, welches "in der Nähe" von Montevideo war. Das war bestimmt eine Stunde weit entfernt. Wir waren natürlich nicht alleine im Camp, denn es gab noch weitere Europäer, die ein Jahr in Uruguay verbringen möchten. Wir deutschen waren aber in der Überzahl. Das Camp war richtig witzig und irgendwie fand ich es schade, dass wir nur 2 Tage da waren, am liebsten hätte ich dort wieder eine Woche verbracht. Der Campinhalt war uns Deutschen nicht wichtig, da wir das eigentlich auch schon alles auf der Vorbereitungstagung hatten in Deutschland. Der größte Schock war aber, dass das Wasser dort total unrein war und es total nach Plastik geschmeckt hatte. Am nächsten Tag war das Wasser aber überraschenderweise wieder normal. Ich glaube, dass war ein Trick von den Teamern, um uns zu testen, ob wir auch wirklich alles trinken und essen :D
Wie dem auch sei. Am Sonntagnachmittag war das Camp offiziell beendet und wir fuhren zu einer Mall in Montevideo, wo wir dann mit Bus weiter gefahren sind. Die Busse sind echt bequem und haben sogar WLAN. Das war echt cool, sonst wäre mir bestimmt langweilig geworden auf der Busfahrt, auch wenn ich nette Gesellschaft hatte. Meine Gastfamilie hatte mich dann an der Bushaltestelle abgeholt und hatten eine Deutschlandflagge und eine Art Banner hochgehalten, um mich zu empfangen. Das war richtig cool! Am gleichen Abend haben wir dann noch Pizza gegessen und versucht miteinader zu kommunizieren, was etwas leichter viel als gedacht, da mein Gastbruder wirklich gut Englisch kann. Am Montag haben wir die Schule besichtigt und haben die Mutter meiner Gastmutter besucht und waren noch auf ein Geburtstag. Am Dienstag war dann mein erster Schultag und immer wenn ich etwas auf Spanisch sage, fängt jeder an zu lachen. Wer weiß, welchen Scheiss sie mir beibringen :D Ich bin in der gleichen Klasse wie mein Gastbruder. Irgendwie ist das cool, aber irgendwie auch nicht. Ich finde es ehrlich gesagt nicht so toll, wenn ich komplett in sein Leben eintauche und irgendwie gezwungen werde, dass Leben auch zu führen. Ich hoffe ich finde eigene Freunde oder sonstiges, damit ich nicht zu sehr abhängig von ihm bin. Manchmal fragt er mich, ob ich irgendwo hin mitkommen will. Ich weiß nie was ich antworten soll. Vielleicht will er ja nicht und vielleicht aber doch. Es ist echt kompliziert am Anfang. Heute in der Schule habe ich mich dann auf einmal nach Deutschland zurück gesehnt, weil ich einfach immer darauf los reden konnte, ohne darüber nachdenken zu müssen, ob das richtig ausgesprochen wird oder überhaupt richtig ist. Ich habe mit meinen Gastbruder schon mal etwas die Stadt erkundet und habe gleich mal ein Urban Outfitters gefunden!! Richtig cool! Aber die Sachen sind hier richtig teuer. Besonders Klamotten und Pflegeprodukte. Eine Zahnpastatube kostet zum Beispiel um die 4€. Jedenfalls habe ich noch ein paar Bilder von dem Camp wo wir waren und von meiner Stadt.
Also, wir lesen uns ;)
Mittwoch, 20. August 2014
Erste Tage in Uruguay
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